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Jörg Ahrnt & Jutta Obenhuber – Weitermalen
Zweifelsohne spielt der Titel „Weitermalen“ auch auf eine in der Coronapandemie andauernde, nach vorne gerichtete Schaffensenergie an. Er macht zudem unmissverständlich klar, dass es sich in den Arbeiten der Ausstellung um entschieden malerische Positionen handelt, die bei aller Verschiedenheit Gemeinsamkeiten im Umgang mit Material und Bildstruktur zeigen. Seit fast 25 Jahren verfolgen wir die künstlerische Entwicklung von Jörg Ahrnt. Seine neuen Arbeiten aus seiner Werkgruppe „Circles“ schließen konsequent an frühere Tuschezeichnungen an, in denen er bereits Ornamente in kalligraphischer Manier dicht über den Farbgrund laufen lässt. Nun geben vergleichsweise strenge Kreisbögen die Komposition vor. Die leuchtende Grundfarbe Orange verweist auf das Licht der aufgehenden oder untergehenden Sonne. Jörg Ahrnt geht von einem intensiven farbigen Hintergrund aus, auf den er aus dem Zentrum gerückte Kreise zeichnet, die von fein gesetzten Zeichen mit zarten Farbverläufen gebildet werden und so eine spannungsreiche dreidimensionale Wirkung erzeugen, an der auch die Materialität der Tusche teilhat. Arbeiten von Jutta Obenhuber zeigen wir das erste Mal in der Galerie. Mit Jörg Ahrnt verbindet sie ein langer künstlerischer Austausch u.a. Fragen über Wirksamkeit von Farbe und Material, der sich im Dialog der aktuellen Arbeiten zeigt. Bei Jutta Obenhuber spielt das interagierende Übereinanderlegen von Farbschichten in eine große Rolle. Ihre Lackbilder sind Ergebnis eines langwierigen Prozesses von Auftragen und wieder Abschmirgeln mehrerer Farbschichten. Es entsteht die Impression einer Schwerelosigkeit. Dagegen bildet sie in ihren Streifenbildern vertikale Streifen aus präzis gesetzten horizontalen Pinselzügen, die an den Rändern sichtbar bleiben. Die tieferen Farbschichten bleiben immer noch wahrnehmbar; auch sie geben den Bildern Struktur. Beide Künstler zeigen, welche starke Wirkung kräftige Farben untereinander entwickeln und damit einen Schaffensprozess anstoßen und in Bewegung halten. Es entsteht eine Entwicklung, in dem ein Punkt oder eine Linie zur nächsten Farbsetzung drängt, bis sich am Ende Farbe, Duktus und Form zu einem abgeschlossenen Bild vereinen. Der Betrachter kann fasziniert das Ergebnis des Weitermalens der Künstler nachempfinden.
  21.04. - 18.06.2021

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